Farben
farben im holzbrand
farben entstehen durch die vorhandenen materialien und deren veränderung durch den brand.
zunächst haben wir den ton. je nach zusammensetzung kann dieser sehr unterschiedlich auf den holzbrand reagieren. ein guter ton reagiert mit den aschepartikeln in der flamme und das reduzierende brennen. es gibt keine andere möglichkeit, als verschiedene tone im holzofen zu testen um einen für sich geeigneten ton zu finden.
mit der anfliegenden asche kommen weitere elemente dazu. je nach holzart gibt es auch hier einige unterschiede in der zusammensetzung. wir brennen viel mit tannenholz, welches viel mangan enthält. dadurch wird die glasur oft beige.
je nach standort wird mehr oder weniger asche abgelagert. die dem feuer zugewandte seite des stückes bekommt mehr asche als die rückseite. diese unterschiede bilden den charakter holzgebrannter keramiken.
das wichtigste bei der entstehung der farben ist das reduzierende brennen. im holzofen wird sowohl oxidierend als auch reduzierend gebrannt. einfluss auf die keramik hat eine reduktion erst bei temperaturen über 1050 grad. darunter wäre reduzierendes brennen nur holzverschwendung.
die vorstellung, dass starkes reduzieren zu tollen farben führt ist falsch. der rauch sollte nur grau und nicht schwarz werden. solange die flammen trüb sind, wird immer noch reduzierend gebrannt.
viel wichtiger als die stärke ist der zeitpunkt der reduktion. es können nur oberflächen auf die reduktion reagieren, die zu diesem zeitpunkt flüssig sind. sehr langsames aufheizen von 1100 bis maximal 1300 grad mit leicht reduzierender atmosphäre bringt eine grosse vielfalt an farben. wenn die asche ganz hinten im ofen schmilzt, hat die glasur ganz vorne im ofen bereits mehrere stunden reduziert. auch auf jedem einzelnen objekt schmilzt die asche nicht zum selben zeitpunkt.
um eine dicke und interessante glasur zu erhalten legt man nach dem schmelzen der ersten glasurschicht eine längere reduktionsphase ein. dabei darf die temperatur bis 1050 grad sinken. während man die farben der ersten glasurschicht definiert, bildet sich auf den objekten gleichzeitig die zweite schicht. achten sie beim aufheizen darauf, nicht zu oxidierend zu brennen, um die entstandene reduktionsfarbe nicht gleich wieder zu verbrennen. mit holz ist es allerdings schwierig ganz oxidierend zu brennen, weshalb dieses anlagern des sauerstoffs kaum problematisch sein dürfte.
wird jede schicht in ähnlicher weise gebrannt, entstehen auch ähnliche glasurschichten. damit die fertige glasur interessant wird, müssen sie unterschiedliche strömungen und atmosphären erzeugen. unterschiedliche reduktionsstärken und längen ergeben kontrastreichere glasuren. auch die wahl der reduktionsmittel sollten sie gezielt treffen.