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Planung

einsetzplanung


vor dem einsetzen des ofens im letzten herbst habe ich mich eingehend mit dem thema beschäftigt. im buch “holzbrand: geheimnisse japanischer meister” ist das thema sehr gut beschrieben. um aber selber einen ofen zu setzen sind begriffe wie eng oder weit keine ausreichende definition. auch hat unser ofen nicht die selbe form wie der im buch beschriebene ofen. welchen einfluss die fischform des tongkamas auf den brand hat, ist hier nicht ersichtlich. im gegensatz zur umschreibung der üblichen einsetzstrategien wie im buch, versuche ich hier die funktionen und zusammenhänge der einzelnen elemente konkret zu definieren. das ganze sind natürlich nur thesen meinerseits, die es zu bestätigen oder zu wiederlegen gilt.

eine flame sucht sich seinen weg nicht aus !wenn das holzgas verbrennt, dehnt es sich aus und wird entsprechend leichter und steigt auf. an sonsten wandert das gas mit dem zug richtung kamin. also folgt man gedanklich besser dem zug vom kamin bis zur feuerkammer. somit muss ich mich zu beginn, hinten im ofen, nicht darum kümmern was vorne noch kommt. ich kann einfach dem leerraum bis zum kamin entsprechend stück für stück einsetzen. wenn ich irgendwo viel hohlraum habe, vielleicht wegen einem sperrigen objekt, kann ich dies im nächsten regal korrigieren indem ich dort kompakter setze.

die brennkammer ist eine verlängerung des kamins !damit die gase der verbrennung entweichen können braucht der kamin einen bestimmten querschnitt. solange überall im querschnitt der brennkammer die gesammtfläche der zwischenräume nicht kleiner ist als die fläche des kaminquerschnittes, kann der ofen nicht verstopfen. das vorderste regal wird man unmöglich zu eng setzen können. der querschnitt der brennkammer ist dort einfach zu gross. im hinteren bereich der brennkammer, dem letzten regal, ist der querschnitt der brennkammer noch knapp doppelt so gross wie der kaminquerschnitt. wer hier zu eng setzt wird den ofen drosseln.
also setzt man das hinterste regal lieber zu weit und wird von regal zu regal enger bis man im vordersten regal so eng wie möglich setzt. sperrige oder heikle objekte setzt man besser im hinteren obenbereich wo man ihnen mehr platz lassen kann.

jedes regal kann als filter oder sieb verstanden werden !die kleinste fläche des raums zwischen den objekten (querschnitt) sollte im ganzen regal gleich sein. die dichteste stelle in der tiefe des regals bildet das sieb. dabei ist es für einen gleichmässigen zug egal, ob diese stelle vorne oder hinten ist. damit auch die stücke in den hinteren reihen genügend auscheanflug erhalten, ist es jedoch sinnvoll die hinterste reihe am dichtesten zu setzen. ist auch zum setzen am einfachsten, da man nach dem positionieren der stützen mit jenen stücken beginnen kann, die die richtige höhe haben. vorne hat man meist automatisch nur noch kleinere objekte die platz für den ascheanflug lassen. am schwierigsten ist das setzen des obersten tablars. am besten legt man sich passende objekte schon frühzeitig beiseite und plant die regalhöhen so früh wie möglich.

was nicht platz hat muss auf den nächsten brand warten !besonders anspruchsvoll wird die arbeit am vordersten und letzten regal. da hier die interessantesten stücke entstehen, steht man mit den besten arbeiten aller beteiligten vor dem ofen und beginnt grössere massive objekte am ofenboden zu setzen, da diese gegen ende des brandes in der glut stehen werden. ob die planung wirklich aufgeht, es zuviel oder zuwenig objekte hat, sieht man erst beim zweitletzten regal. vielleicht ist es am besten, wenn man beim vorsortieren klarstellt, dass für objekte die vorne plaziert werden sollen die grösste gefahr besteht, dass sie keinen platz bekommen.

seitenfeuerungen sind luxus !die seitenfeuerung hat auf die temparatur des ofens keinen grossen einfluss. durch das einwerfen von holz durch die seitlichen öffnungen kann man im hinteren bereich des ofens zusätzlichen ascheanflug erzeugen. seitenfeuerungen macht man erst gegen ende des brandes, wenn auch die oberflächen der hinteren objekte klebrig sind und möglichst viel asche aufnehmen können. das holz für die seitenfeuerung sollte nach der zusammensetzung seiner asche ausgewählt werden. es könnte sich durchaus lohnen, dafür nach alternativen holzarten zu suchen.
beim letzten brand haben wir nur die hintere seitenfeuerung verwendet. hauptgrund für diesen entscheid war die absicht, den brand möglichst einfach zu halten. da wir zu beginn davon ausgingen zu viele objekte zu haben, wollten wir den platz der vorderen seitenfeuerung dazu nutzen, anstelle von zwei 50cm tiefen regalen, drei 40cm tiefe regale zu bauen. irgendwann musten wir jedoch feststellen, dass wir doch nicht genügend objekte für ein zusäzliches regal haben. der ofen ist ganz klar für 2 seitenfeuerungen gebaut. in den nächsten bränden möchte ich daher jeweils zwei seitenfeuerungen einsetzen. interessant fände ich allerdings einen rost aus schamottsteinen in die seitenfeuerung einzubauen, damit das holz höher verbrennt und sich die asche möglichst gut verteillt. zwischen den steinen könnten auch feinere objekte eingesetzt werden, die dem aufprall der holzstücke nicht stand halten würden.

3 stützen pro platte sind genug !natürlich wird ein regal stabiler, wenn man 4 stützen verwendet. bekanntlich müssen die stützen über die ganze höhe stets genau übereinander gesetzt werden. auf grund der extrem konischen wände des neuen ofens, könnte das vorderste regal nur 3 platten breit gebaut werden. mit drei stützen ist es jedoch möglich, die untersten zwei tablare mit 4 platten (2 hinten, 1 vorne) und die nächsten beiden tablare mit 3 platten (1 hinten, 2 vorne) zu bauen. mit nur 3 platten würden seitlich zwei dreiecke von min. 30 cm breite und 60 cm höhe entstehen, die man schwerlich dicht genug setzen kann.
im letzten brand hatten wir das zweite regal auf 4 stützen pro platte gesetzt und auch diese platten sind verbogen. also liegt das problem einzig an der zu hohen temperatur für diese einsetzplatten und nicht am auflager.

gut sortiert ist halb gesetzt !das sortieren der stücke nach dem messen (vorne, mitte, hinten, glut) ist sehr praktisch. so können die leute selber entscheiden, wo ihre stücke eingesetzt werden sollen. das man nicht alle seine stücke vorne platzieren lassen kann, sollte wohl jedem klar sein. beim setzen kann man ja immer noch ausgleichen, wenn nötig. es ist auch nicht so, dass der vorderste platz für alle objekte der beste ist. jedenfalls liegt die verantwortung mit diesem vorgehen nicht gänzlich auf demjenigen der setzt. die weissen kunststoffkistchen die wir verwenden, haben in etwa die selbe fläche wie eine ofenplatte. allerdings können die stücke über die ofenplatten hinausragen. mit einem halben kistchen mehr ist man meist nicht weit daneben. zum setzen benötigt man aber unbedingt noch etwas auswahl, weshalb man beim vorbereiten der objekte für ein tablar mindestens ein kistchen mehr als ofenplatten zusammenstellen sollte.
die seitlichen regale vor dem ofen fand ich auch sehr praktisch. die obersten beiden regale sind allerdings nur zum verstauen geeignet. am besten beginnt man mit die kistchen für vorne ganz oben. diese werden erst zum schluss benötigt und können, sobald die hinteren und mittleren leer sind, herunter genommen werden. mit den kistchen für hinten auf der einen und jenen für die mitte auf der anderen seite hat man die objekte unter kontrolle und kann sich auf wichtigeres konzentrieren.

grosse stücke immer unten ?grosse dickwandige stücke sollten besser unten eingesetzt werden. dies jedoch nicht auf grund der grösse, sondern um die regale nicht mit viel gewicht zu belasten. die grossen leichtgewichte von peter kann man gut auch ganz oben einsetzen. schwere objekte die höher als 25 cm sind, sind schwirig unterzubringen. die grössten stützen sind 20 cm hoch. mehr als eine 6 cm hohe stütze würde ich aus sicherheitsgründen nicht auf eine solche stütze setzen. wenn ein holzstück eine solche zusammengesetzte stütze trift, ist die gefahr gross, dass das gesammte regal zusammenbricht. ausserdem ist es besonders schwirig, ein hohes regal bis oberen hin dicht zu setzen.

sinnvolle arbeitsteilung beim setzen ?es ist nicht einfach, wenn mehrere personen sich beim einsetzen im ofen abwechseln. jede person setzt die stücke anders in den ofen. dies hat einen direkten einfluss auf die verteilung der flammen. am gleichmässigsten ist es also, wenn die selbe person das gesammte regal setzt. da eva dies viel besser und schneller kann als ich, musste sie den anstrengenden job machen. damit man am abend noch aufrecht gehen kann ist es unerlässlich, regelmässige pausen einzulegen (min. jede stunde). wer einsetzt, sollte sich ausschliesslich auf das aktuelle tablar und die hier zu setzenden objekte konzentrieren können. die globale setzstrategie, die planung der kommenden tablare und regale kann eine andere person übernehmen. ich habe jeweils die platten und stützen fürs nächste tablar gesetzt, damit eva in dieser zeit eine pause machen konnte. die auswahl der stücke für das kommende tablar habe ich immer in weisse kistchen gepackt und wenn möglich gleich zu beginn in den ofen gestellt. zuerst kommt natürlich immer die kiste mit den höchsten stücken für die hinterste reihe. danach sollte man die restliche auswahl im ofen ausbreiten können. bei einem tablar habe ich zwei kistchen mit teeschalen aufeinander gestapelt. dadurch kamen alle schalen von chantal im unteren kistchen ganz vorne aufs tablar. klar hatte ich diese zu unterst platziert, weil sie innen nicht glasiert und auch die kleinsten waren. hätte ich die kistchen nebeneinander hingestellt, hätte eva mit sicherheit nicht alle teeschalen von einer person ganz vorne gesetzt. eigendlich eine kleinigkeit, aber darauf kommt es manchmal an. während eva im ofen die objekte platziert hat, hatte ich genug zeit um mich mit der verteilung der flammen etc. auseinander zu setzen. so konnte ich eva zu beginn jeden tablars genau sagen, in welchen bereichen sie enger oder weiter setzen muss und was man sonnst noch beachten sollte.

hauptziel der setzstrategie war die gleichmässige verteilung der flammen im ofen. es war schön zu sehen, wie die flammen während dem brand über die ganze höhe der regale gleichmässig durch die zwischenräume züngelten.

wie weiter ?eva und ich möchten im nächsten herbst wieder in selber weise einsetzen. flammenwege, temperaturverteilung und ascheanflug war meiner meinung nach gut. natürlich werden wir beim nächsten brand versuchen, ein sehr gut hinzulegen. vorerst sehe ich keinen grund an der einsetzstrategie grosse änderungen vorzunehmen. wie erwähnt möchte ich zukünftig wieder zwei seitenfeuerungen einsetzen. weiter  hat, ein objekt in ein grösseres zu stellen, überhaupt nicht funktioniert. dazu kommen noch viele kleine dinge die noch verbessert werden können. für die nächsten brände ist es meiner meinung nach jedoch wichtiger, sich auf die brenntechnik zu konzentrieren.

ein Thema, dass ich beim letzten einsetzen wohl zuwenig beachtet habe, ist die themparatur Verteilung im Ofen. oben ist generell immer heißer als unten, da bie Wärme steigt. damit in der Ofen Mitte auch unten die zieltemparatur erreicht werden kann. muss man unten überall etwas weiter setzen. dies entspricht auch der Rückmeldung von sangwoo. besonders bei letzten einsetzen ist mir dies aufgefallen, da gaitan einen sehr großen Unterschied zwischen oben und unten macht.
eine größere diverenz zwischen oben und unten wird uns ermöglichen, die themparatur während dem brennen besser zu steuern. wenn bei viel Zug die Flammen eher durch den unteren, offeneren Bereich gezogen werden, steigt die Flamme bei gedrosseltem Zug nach oben.

das Spiel mit unterschiedlichem Zug könnte auch zu einer besseren Verteilung des ascheanflugs führen.
ich würde gerne nach erreichen der endthemparatur den Zug drosseln und mit der Eisenstange die Asche im brennraum aufwirbeln. damit könnte sich auch auf den Rückseiten der der Stücke Asche ablagern. da die stücke in dieser Phase klebrig sind, ist der Effekt sicher ungleich größer als in der ersten brandphase.

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Naori Swiss