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Porzellan

Porzellan


Keramische Masse mit dichtgesintertem weissen, in dünner Lage durchscheinendem Scherben. Besteht hauptsächlich aus Feldspat, Quarz und Kaolin. Porzellan kommt in der Natur kaum rein genug vor und wird industriell gemischt. Porzellan: Rohmaterialien Kaolin (Tonsubstanz), Quarz (Magerungsmittel), Feldspat (Flussmittel). Mehr Kaolin (K:Q:F 50:25:25) ergibt Hartporzellan (1400-1500 oC). Verringerung des Tongehaltes (K:Q:F 25:45:30) ergibt Weichporzellan (1200-1300 oC).
Fertigen Tonmassen werden diverse Zutaten beigemischt um die Farbe, die Plastizität und den Schmelpunkt zu verändern. Diese Zutaten hängen von verschiedenen Faktoren ab, z.B. was für ein Gefäss geformt wird, für was für einen Zweck, was für Dekorationsmöglichkeiten angewandt werden.

Paper-Clay

Paperclay (manchmal auch übersetzt Papierton genannt) ist eine Mischung aus Ton, Papierfaserbrei (wie er beim Papierschöpfen verwendet wird) und Wasser.

Das Mischungsverhältnis kann bis max. 40 Vol% Papierfaserbrei und 60 Vol% Tonbrei betragen. Zum Bearbeiten wird der Papiertonbrei auf Gipsplatten so lange getrocknet, bis eine modellierfähige Masse entsteht. Der Anteil von Ton in dieser Mischung ist also immer höher als der Anteil von Papier, darum lassen sich daraus geformte Gegenstände im Keramikofen brennen, ohne dass sie beim Verbrennen der Papieranteile ihre Festigkeit verlieren.

Paperclay hat im Gegensatz zum “normalen” Ton außergewöhnliche Eigenschaften: Daraus geformte Gegenstände lassen sich in fast allen Trockenstadien noch bearbeiten oder sogar ganz neu an den geformten Gegenstand ansetzen. Die Wandstärke der modellierten Formen kann von relativ dünn bis mehrere Zentimeter Dicke betragen. Die Tonmasse bekommt eine sehr gute Rohbruchfestigkeit während des Trocknens und eine erstaunliche Trockenfestigkeit sowie eine besonders gute Resistenz gegen Rissbildungen und Verziehen. Paper-Clay kann nicht auf der Scheibe gedreht werden.

Beim Brennvorgang verbrennen die Papierfasern unter starker Geruchsentwicklung und es entstehen mikroskopisch feine Hohlräume, die das fertige Brennstück leichter (um den Papieranteil), aber trotzdem sehr stabil machen (etwa wie bei Korallen).

Porzellan giessen

Bei der Verarbeitung der flüssigen Masse wird diese in Formen gegossen, die die Außenform des Werkstückes bestimmen, aber keinen Kern haben – sie sind hohl. Dieses Verfahren wird Schlickerguss genannt. Die Formen können aus vielen Einzelteilen bestehen und dem entsprechend viele Teilungsebenen haben, um komplizierte Stücke zu gestalten. Üblich sind jedoch (z.B. für Tassen, Vasen und andere achssymetrische hohle Teile) zweiteilige Formen mit einer Teilungsebene. Die Formen bestehen aus Gips, der die Eigenschaft hat, Wasser einziehen zu können. Damit wird der eingefüllten Porzellanmasse im Randbereich das Wasser entzogen und die festen Bestandteile der Masse lagern sich an den Formwänden ab. Je länger die Masse in der Form verbleibt, um so dicker wird die verbleibende Randschicht. Ist die vorgesehene Dicke erreicht, wird die restliche flüssige Masse aus der Form ausgegossen. Nach gewisser Ruhezeit kann dann die Form geöffnet und die Teile zur endgültigen Trocknung herausgenommen werden. Danach werden sie noch vor dem ersten Brennen entgratet und ggf. sonst ausgebessert, Henkel können mit dicker Porzellanmasse angeklebt werden.

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