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Plattentechnik

Plattentechnik


Für kleinere Tonplatten eignet sich zum Beispiel Bodmer-G-Ton. Für grössere Platten, oder Kacheln, wie der Töpfer sagt, ist der schamottierte Ton, besser geeignet. Der gemagerte Ton verzieht sich weniger, neigt weniger zu Rissen, weil er weniger schwindet. Je grösser die Platte in der Fläche ist, desto dicker muss sie sein. Man legt zwei Holzleisten neben den Ton und schneidet mit einem Tonschneidedraht Platte um Platte weg. Vergessen Sie bitte nicht, dass der Ton schwindet. Wenn Sie Kacheln von 15 mal 15 cm brauchen, müssen die Kanten des frischen G-Tones 16,3 cm messen (Schwindung 8%). Der Schwindungsprozentsatz ist für jede Tonsorte angegeben. Eine andere Methode zu Tonplatten zu kommen ist das Wallholz. Formen Sie eine Tonkugel und legen Sie diese auf ein Stück glattes Packpapier. Formen Sie die Kugel mit dem Wallholz zu einer Platte. Das Trocknen Ein sehr wichtiger Vorgang ist das Trocknen der Platten. Legt man diese einfach aufs Gestell, werden sie sich mit Sicherheit nach oben verbiegen. Da die Plattenoberseite eher trocknet als die Unterseite, schwindet der Ton oben mehr als unten. Legt man die Tonplatten zwischen Gipsplatten entstehen gute Resultate. Da unten und oben die Saugwirkung dieselbe ist, schwinden die Tonplatten gleichmässig und bleiben plan. Danach können sich die lederharten Tonkacheln zu quaderförmigen Hohlkörpern zusammenstellen. Als lederhart bezeichnet man einen Ton, der nicht mehr plastisch verformbar, aber auch noch nicht trocken und brüchig ist. Der Ton fasst sich ähnlich wie festes Leder oder Hartkäse an und lässt sich in diesem Zustand sehr gut montieren bzw. bearbeiten. Sehr wichtig ist aber bei diesen Arbeiten, dass die Kacheln sorgfältig und solide zusammengefügt werden. Das heisst: Die Klebekanten der Tafeln müssen aufgeraut und mit genügend Schlicker eingestrichen werden. Ein kurzes Anpressen genügt nicht. Die Kacheln sollen, wie weiter vorn beschrieben, „hingezittert“ werden, bis der Ton gepackt hat. Die Bodenplatten sollten nach dem Schneiden einen Millimeter vorstehen, damit die vorstehende Tonmasse überstrichen werden kann. Damit keine Trocknungsspannungen auftreten, deckt man Objekte die ersten Tage mit Plastikfolien ab. Beim Glasieren entstehen immer Spannungskräfte, die sich auf unsorgfältig ausgeführte Klebestellen verheerend auswirken können. Darum verstärkt man die Klebekanten mit dünnen Tonwülstchen. Beim Zusammenfügen der Kacheln quillt überschüssiger Schlicker hervor. Auf diesen „Kantenschlicker“ legt man innen ein dünnes Wülstchen, presst es fest und verstreicht sein Material auf die beiden anstossenden Wände.

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