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Tonmasse

Die Verarbeitung der Tonmasse


Beim Aufbauen mit weichem Ton ist besonders zu beachten, dass die Wandungen gleichmässig dick sind und keine Luftblasen eingeschlossen werden. Objekte, die dicker als 2 cm sind, müssen innen hohl und mit einem Luftloch versehen sein. Häufigste Ursache von Rissen, Bruch und misslungenen Werkstücken sind Lufteinschlüsse in der Tonmasse. Beim Brand zieht sich der Ton zusammen. Die erwärmte Luft dagegen dehnt sich aus und sprengt das Werkstück. Das Schlagen und Kneten soll evtl. im Ton enthaltene Luft beseitigen und den Ton homogen und geschmeidig machen. Das war in grauer Vorzeit, als der Ton noch selbst aus Pulver und Wasser angesetzt werden musste, sicherlich auch notwendig. Die heutigen Tonmassen sind bereits maschinell geknetet und haben ein Vacuum durchlaufen. Schlagen und Kneten hat im Wesentlichen für den Hobby- und Schulgebrauch zwei Nachteile:

1. dem Ton wird Wasser entzogen, er verliert dadurch an Geschmeidigkeit und neigt sehr viel
schneller zur gefürchteten Rissbildung an den Rändern.

2. wenn Sie nicht wirklich viel Übung haben, schlagen und kneten Sie eine Menge Luft in den Ton,
anstatt aus dem Ton.

Davon unabhängig wird der Profi vor dem Drehen grösserer Mengen auf der Töpferscheibe den Ton schlagen und kneten, aber bitte nur, wer das wirklich richtig kann und gelernt hat.

Schlicker ist Tonbrei oder Tonschlamm. Sammeln Sie den Ton der für die Arbeit nicht mehr geeignet ist. Zur weiteren Verwendung müssen die Tonresten knochentrocken sein. Übergiessen Sie den getrockneten Ton deckend mit Wasser, lieber zuviel als zuwenig. Lassen Sie das Wasser einen Tag wirken: Alle Tonstücke zerfallen. Nun quirlen Sie mit einem Schwingbesen den Brei tüchtig und treiben ihn durch ein feinmaschiges Sieb. Mit einem festen Borstenhaarpinsel geht die Arbeit leichter von der Hand. Sollte der Brei zu dünn sein, so lassen Sie den gequirlten Brei einen Tag stehen und giessen das überflüssige Wasser ab. Der Schlicker müsste ungefähr die Konsistenz von Schlagrahm haben. Giessen Sie den fertigen Schlicker in eine dicht schliessende Dose, sodass er vor Verdunstung geschützt ist.

Alle Teile, die Sie an eine Form mit Hilfe von Schlicker „ankleben“, also Henkel, Griffe, Verzierungen etc. nennt man Garnitur; das Anleimen garnieren. Dabei wird stets in der selben Art und Weise vorgegangen. Die Klebestelle am Körper und diejenige der Garnitur wird mit einer Töpfernadel aufgeraut. Danach wird auf die Klebstellen Schlicker aufgetragen und die Garnitur leicht angedrückt. Dabei wird das Ende eines Henkels zum Beispiel rasch und leicht hin und her geschoben, gleichsam an die Form hingezittert. Dabei merken Sie plötzlich, dass Form und Garnitur einander gefasst haben: Es hat angezogen. Der aus der Klebestelle hervorgequollene Schlicker wird mit einem feuchten Schwämmchen oder wichen Pinsel weggestrichen. Beachten Sie folgende Grundregel: Es wird spätestens in lederhartem Zustand garniert. Form und Garnitur sollten etwa denselben Feuchtigkeitsgehalt haben.

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