Glasuren
Glasieren und Dekorieren
Glasuren sind, wie der Name schon sagt, Gläser. Der Hauptbestandteil ist eine Mischung aus sauren und alkalischen Metallsalzen. Auf der alkalischen Seite sind im wesentlichen die Natrium-, Kalium-, Calcium- und Magnesiumsalze (Soda, Pottasche, Kalk, Talkum), auf der sauren Seite Bor-, Aluminium- und Siliciumoxide (Borax, Ton, Quarz). Sie unterscheiden sich in vielen Kriterien: – Brenntemperatur – Oberflächenbeschaffenheit – Farbe -Transparenz. Glasuren werden meistens auf den rohgebrannten Tonscherben aufgetragen.
Engobe ist verdünnter Tonschlicker mit Mineralfarben versetzt. Sahneartige Konsistenz. Optimalerweise besteht der Engobeton aus weissem Ton mit denselben Eigenschaften ( Ausdehnungseigenschaften ) wie der des zu bemalenden Körpers. Wird idealerweise auf den lederharten (ca. 1 Tag nach der Herstellung) Ton aufgebracht, der noch kaum durch Trocknung geschrumpft ist. Als lederhart bezeichnet man einen Ton, der nicht mehr plastisch verformbar, aber auch noch nicht trocken und brüchig ist. Der Ton fasst sich ähnlich wie festes Leder oder Hartkäse an.
Oxide: Metalloxide ergeben beim Brand unterschiedliche Farben. Können vor der Herstellung des Objekts in den Ton eingearbeitet oder aufgestreut werden. Der Farbton verschiedener Oxide kann variieren, je nachdem, ob man beim Brand eine oxidierende oder reduzierende Atmosphäre anwendet. Oxidierend heisst, dass beim Brand ein Sauerstoffüberschuss herrscht (blaue/weisse Flamme beim Holz-, Gas- oder Ölfeuer). Reduzierend bedeutet Sauerstoffmangel (russende, gelbe Flamme). Da das Feuer hier aus der Umgebungsluft zuwenig Sauerstoff bekommt, reisst es sich den Sauerstoff der Metalloxide aus der Glasur teilweise unter den Nagel. Dieser Vorgang nennt sich Reduktion und verändert die Farbe der Metalloxide. In Elektroöfen ist im Normalfall nur der oxidierende Brand möglich, da keine Flamme Sauerstoff verbraucht.