Trocknen
Das Trocknen der Tonmasse
Die feuchten Tonarbeiten müssen vor dem Brennen möglichst langsam und gleichmässig trocknen, am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit. Bei Wandstärken bis 1 cm reicht eine Woche Trockenzeit in der Regel aus. Ist die Tonmasse nicht voll durchgetrocknet, kann sich in der Anfangsphase des Brennens innerhalb des Materials zuviel Wasserdampf bilden, der dann eine sprengende Wirkung hat. Während der Trockenzeit sollen die Erzeugnisse mehrmals gewendet werden, um Risse durch ungleichmässigen Schwund zu vermeiden. Stärkere Luftbewegung (z.B. offenes Fenster) für oft zu Rissen beim Trocknen.
Durch diesen Verdunstungsvorgang geht natürlich Volumen in Form von Wasser verloren: der Ton schrumpft, schwindet. Dummerweise verdunstet das Wasser an der Oberfläche schneller als im Inneren der Masse. Im Extremfall haben wir Aussen null und im Inneren der Keramik Hundert Prozent Wasser. Es ist nachvollziehbar, dass im Material eine Volumendifferenz also eine Spannung entsteht, die mit der Grösse des Werkstückes absolut und relativ sehr stark steigt. Wir wissen: das Teil wird krumm oder reisst. Daraus folgern wir richtig: die primäre Grösse des angemessenen Trocknens von Keramik heisst nicht langsam sondern gleichmässig, kann aber nur gleichmässig erfolgen, wenn es sehr langsam vor sich geht, weil die Wasserdampfdiffusion einfach sehr träge von statten geht.
Die Keramik darf nicht auf einer nicht saugfähigen Unterlage wie einer beschichteten Spanplatte liegen. So wird sie das Wasser unten nie los. Gipsplatten sind ideal, weil sie unten so begierig Wasser aufnehmen wie oben die Luft abführt. Das Objekt sollte unter eine Plastikfolie, damit die gesamte Atmosphäre gleichmässig feucht ist. Dreimal am Tag Folie auf – feuchte Luft heraus – Folie zu. Und das ganze solange bis das Teil offensichtlich trocken ist, also nicht mehr unangenehm riecht und nicht kälter als die die Umgebung ist. Die Temperatur der Keramik gibt uns einen guten Hinweis auf den Trocknungszustand. Ist das Objekt kälter als die Umgebung, wird noch immer Wasser an die Luft abgegeben.
Jetzt warten wir noch wenige Tage vorsichtshalber, damit der allerletzte Tropfen verdunstet ist und Brennen die Sache. Wer jetzt noch behauptet, dass gerade Objekte krumm werden, der hat sich nicht an die Regeln gehalten.
Die aus Ton hergestellten, fertig bearbeiteten und getrocknete Arbeiten, die aber noch nicht gebrannt wurden nennt man auch Grünware.
Schrumpfung der Tonmassen
Alle Tone schrumpfen während der Trocknung und noch einmal im Brand. Je nach Tonart liegt die ( Schwindung ) bei 10 – 15%. Je höher die Brenntemperatur, desto grösser die Schrumpfung.